Blutegel        

Wer sich noch nie eingehend mit Blutegeln auseinandergesetzt hat, dem mag beim Gedanken an die Blutsauger ein Schauer über den Rücken laufen. Sind das nicht kleine Schmarotzer, die sich dreisterweise vom Lebenssaft anderer Wesen ernähren und zu allem Überfluss auch noch schwere Krankheiten verbreiten? Ob Mücken, Zecken oder Vampire: Blutsauger stehen wahrlich nicht hoch im Ansehen und werden eher mit Unheil als Heilung verbunden. Damit tut man den kleinen Helferlein jedoch Unrecht. Tatsächlich sind Blutegel im biologischen Sinne keine Parasiten sondern Symbionten, d.h. sie schaden dem Wirt nicht sondern helfen vielmehr. Das Geheimnis liegt in der Spucke, die beim Biss in die Wunde gelangt, und die in ihrer einzigartigen Zusammensetzung positive Eigenschaften besitzt wie schmerzstillend, entzündungshemmend, blutverdünnend und vieles mehr. Wegen dieses wunderbaren Charakters haben es die medizinischen Blutegel zu offizieller Anerkennung gebracht: Sie gelten als Arzneimittel und werden über Apotheken vertrieben. Die Einsatzgebiete sind mannigfaltig, eine kleine Auswahl sind z.B. schlecht heilende Wunden, eitrige Entzündungen oder Gelenkschmerzen.

 

20091